Die deutsche Sprachgesellschaft

1817
Sammlung: Lieder

Gelehrte deutsche Männer,
Der deutschen Nede Kenner,
Sie reichen sich die Hand,
Die Sprache zu ergründen,
Zu regeln und Zu runden
In emsigem Verband.

Indeß nun diese walten,
Bestimmen und gestalten
Der Sprache Form und Zier:
So schaffe du inwendig,
Thatkräftig und lebendig,
Gesammtes Volk, an ihr!

Ja! gieb ihr du die Reinheit,
Die Klarheit und die Feinheit,
Die aus dem Herzen stammt!
Gieb ihr den Schwung, die Stärke,
Die Gluth, an der man merke,
Daß sie vom Geiste flammt!

An deiner Sprache rüge
Du schärfer nichts, denn Lüge.
Die Wahrheit sei ihr Hort!
Verpflanz' auf deine Jugend
Die deutsche Treu' und Tugend
Zugleich mit deutschem Wort!

Zu buhlerischem Girren
Laß du ihn niemals kirren,
Der ernsten Sprache Klang!
Sie sei dir Wort der Treue,
Sei Stimme zarter Scheue,
Sei echter Minne Sang!

Sie diene nie am Hofe
Als Gauklerin, als Zofe,
Das Lispeln taugt ihr nicht;
Sie töne stolz, sie weihe
Sich dahin, wo der Freie
Für Recht, für Freiheit spricht!

Wenn so der Sprache Mehrung
Verbesserung und Klärung
Bei dir von statten geht:
So wird man sagen müssen,
Daß, wo sich Deutsche grüßen,
Der Athem Gottes weht.

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